Allgemeiner Marktrückblick
Das Sentiment war im Juli stark und der Optimismus hinsichtlich eines Handelsabkommens führte zu einem entscheidenden Aufschwung an den Märkten. Einige positive Gewinnüberraschungen von Banken, Technologie- und Einzelhandelsunternehmen trugen zur Wertentwicklung bei.
Am 27. Juli gaben die USA und die EU ein neues Handelsabkommen bekannt, welches einen Zoll von 15 % auf die meisten EU-Waren, die in die USA eingeführt werden, vorsieht. Die EU verpflichtete sich, in den nächsten drei Jahren LNG im Wert von 750 Mrd. USD (250 Mrd. USD pro Jahr) und US-Investitionen im Wert von 600 Mrd. USD zu importieren. Darüber hinaus verpflichtete sich die EU, US-Militärausrüstung im Wert von „Hunderten von Milliarden” US-Dollar zu kaufen.
Da die NATO-Mitglieder bereits ihre Verteidigungsausgaben erhöhen und diese fast ausschließlich in US-Systeme wie F35 und Patriot-Batterien fließen, könnte dies eine strategische Bindung für die kommenden Jahre bedeuten. Zunächst einmal verringert dieses Abkommen die Handelsunsicherheit und wurde daher als positives Zeichen für die globalen Risikoassets gedeutet.
Daher erreichten die Aktienmärkte neue Rekordstände, wobei die Technologiewerte die Rallye anführten. Der S&P 500 schloss mit einem Plus von 2,2 %.
Auf makroökonomischer Ebene revidierte der IWF seine globale Wachstumsprognose für 2025 und 2026 aufgrund niedrigerer effektiver Zollsätze, besserer finanzieller Bedingungen und fiskalischer Expansion in einigen wichtigen Jurisdiktionen marginal auf 3,0 % (April: 2,8 %) bzw. 3,1 % (April: 3,0 %). Andererseits warnte der IWF, dass die Unsicherheit in der Handelspolitik und erhöhte Zölle das Wachstum langfristig bremsen könnten.
Die Federal Reserve beließ ihren Leitzins unverändert bei 4,25 % (untere Grenze) bis 4,5 % (obere Grenze), und Fed-Chef Powell dämpfte die Erwartungen hinsichtlich einer Zinssenkung im September unter Verweis auf einen weiterhin starken Arbeitsmarkt und eine über dem Ziel liegende Inflation. Auf der anderen Seite des Atlantiks behielt die EZB ihren Einlagensatz bei 2 % bei und beendete damit ihren Lockerungszyklus nach sieben Zinssenkungen, der vor etwa einem Jahr im Juni 2024 bei einem Leitzins von seinerzeit 4 % begonnen hatte.
In den USA verbesserte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt leicht, da die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft im Juni um 147 Tsd. gegenüber 139 Tsd. im Mai stieg. Die Arbeitslosenquote sank im Juni auf 4,1 %.
In der Eurozone lag die Arbeitslosenquote bei 6,3 %. In den USA lag die Verbraucherpreisinflation im Juni höher als im Vormonat. Die Gesamtinflation stieg um +2,7 % (im Jahresvergleich) und die Kerninflation (ohne Energie und Lebensmittel) lag bei +2,9 % (im Jahresvergleich). In der Eurozone blieben die Verbraucherpreisinflationszahlen für den Monat Juni gegenüber dem Vormonat unverändert. Die Gesamtinflation stieg um +2,0 % und die Kerninflation um +2,3 %.
Die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen stiegen um 14 Basispunkte von 4,23 % auf 4,37 %, während die Renditen 10-jähriger deutscher Bundesanleihen um 9 Basispunkte von 2,61 % auf 2,70 % stiegen.
Der MSCI World Index stieg um +1,29 % (in USD) und der MSCI Europe Index um +0,73 % (in EUR).
Bericht des Portfoliomanagements
Die implizite Volatilität – sei es bei Zinssätzen oder Credit Spreads – ist nach dem großen Abverkauf im April, der die globalen Märkte erschütterte, seit nunmehr drei Monaten in Folge rückläufig. In puncto Zinsvolatilität befinden wir uns wieder auf dem Niveau, welches vor Beginn des Zinserhöhungszyklus der Zentralbanken weltweit Anfang 2022 herrschte. Dieses liegt zudem nur geringfügig über dem Durchschnitt, den wir zwischen der globalen Finanzkrise und dem Ausbruch von COVID-19 im März 2020 beobachten konnten.
Daher haben wir im Juli eine klare Richtung für die Risikomärkte gesehen und die Anleihemärkte spiegelten diesen Ton wider. High Yield Anleihen entwickelten sich gut, da sich die Risikoprämien in den USA um 10 Bp und bei Global High Yield um 21 Bp einengten. Auf dem Nordic High Yield Markt weiteten sich die Risikoprämien leicht um 4 Bp aus und die synthetischen Spreads auf 5-jährige Kreditausfallversicherungen (CDX.HY) weiteten sich ebenfalls um 3 Bp aus.
Im Juli betrug der erwirtschaftete Gesamtertrag für den US-High Yield Markt bei +0,4 % (Global High Yield: +0,76 %) und für den Nordic High Yield Markt +0,7 %. Somit wurde die Performance hauptsächlich durch die hohe Carry – also die ordentliche Ertragskomponente – der Anleihen und weniger durch Veränderungen der Risikoprämien getrieben, was nach wie vor ein wichtiger Treiber für den Nordic High Yield Markt ist.
Wir hatten nicht den Eindruck, dass es auf dem Sekundärmarkt zu einer regen Aktivität kam, da sich die meisten Marktteilnehmer derzeit in der Sommerpause befinden. Wir gehen davon aus, dass die Handelsaktivität im August langsam wieder anziehen wird, und glauben weiterhin, dass die Voraussetzungen für eine weitere Spread-Kompression in den kommenden Monaten gegeben sind.
Nur ein Segment erzielte im Juli herausragende Ergebnisse: Die Rallye im Bereich festverzinslicher Wertpapiere wurde durch das risikoreichste CCC-Segment angetrieben, das im Juli um rund +1,39 % zulegte – und damit die beste Performance im gesamten US Fixed Income erzielte – während das BB-Segment nur etwa +0,17 % generierte. Nichtsdestotrotz beflügelte das makroökonomische Bild von steigendem Verbrauchervertrauen, robusten Unternehmensgewinnen und einem über den Erwartungen liegenden BIP risikoreiche Anlagen und war der Haupttreiber für die Performance.
Der Gesamtbetrag US-amerikanischer distressed Anleihen und Kredite – definiert als solche, die unter 60 % gehandelt werden – sank laut Bloomberg News in der Woche zum 25. Juli auf 166,9 Mrd. USD (weltweit belief sich dieser Wert auf 517 Mrd. USD). Das ist der niedrigste Stand seit dem 30. März.
Die Aktivität auf dem Nordic High Yield Primärmarkt war im Juli aufgrund der Sommerpause in den skandinavischen Ländern verhalten. Insgesamt wurden sechs Transaktionen im Wert von 4,3 Mrd. NOK abgeschlossen, das Emissionsvolumen für 2025 erreichte 153 Mrd. NOK. Ein Volumen von rund 350 Mio. USD entfiel ausschließlich auf Emissionen in US-Dollar oder Euro (85 % des monatlichen Gesamtvolumens). Davon entfielen rund 36 % auf den Energie-, Transport- oder Versorgersektor.
Innerhalb unserer Kernsektoren kam nur ein relevantes Unternehmen an den Markt: Performance Shipping Inc, ein Rohöltankerbetreiber mit Schwerpunkt auf dem Segment der mittelgroßen Rohöltanker (Aframax und LR1/LR2). Das Unternehmen ist ein Spin-Off von Diana Shipping und vollzog bis 2020 die Transition von einem Containerschiffsbetreiber zu einem spezialisierten Rohöltankerbetreiber. Performance war ein Debütemittent auf dem Nordic High Yield Markt und nahm im Rahmen einer vorrangig besicherten Anleihetransaktion mit einer Laufzeit bis 2029 100 Mio. USD ein.
Die Transaktion wurde mit einem Abschlag (OID) zu 97 %, einer Rendite von 11,1 % und einem Kupon von 9,875 % gepreist. Die Transaktion war vollständig durch Zeichnungen gedeckt und attraktiv gepreist, da die endgültigen Konditionen einen Aufschlag der Gesamtrendite in Höhe von 1 % gegenüber dem drei Wochen zuvor geführten Initial Price Talk (IPT) implizierten. Die Transaktion wurde damals verschoben und einige Merkmale mussten geändert werden.
Die wichtigsten Gläubigerschutzklauseln, die zugunsten der Anleihegläubiger geändert wurden waren wie folgt:
i) Die Besicherung wurde von allgemeinen Vermögenswerten auf bestimmte Vermögenswerte geändert, nämlich eine Besicherung durch die beiden schuldenfreien Schiffe P. Sophia und P. Monterey (Vermögenswert von rund 70 Mio. USD),
ii) Beschränkungen hinsichtlich der Verwendung der Erlöse, da diese (auf einem Treuhandkonto) ausschließlich für die Finanzierung/Refinanzierung von Rohöltankern vorgesehen waren. Eine Beschränkung des Verkaufs von Vermögenswerten: Wenn die beiden als Sicherheiten dienenden Schiffe verkauft werden sollen, müssen die Erlöse auf das Treuhandkonto eingezahlt werden und die dortigen Mittel werden so lange gesperrt, bis sie zur Finanzierung neuer Schiffe oder zur Rückzahlung der Anleihen zu 101 % verwendet werden. Schließlich
iii) strengere Finanzvereinbarungen wie die Erhöhung der Mindestliquidität von 10 Mio. USD auf 20 Mio. USD und die Senkung der maximalen Verschuldungsquote von 65 % auf 60 %.
Die Emission wurde vom Markt gut aufgenommen und die Anleihe wurde Ende Juli zu rund 99 % gehandelt.
Auf dem US-Primärmarkt wurden im Juli mehr als vierzig Platzierungen durchgeführt. Mit rund 35 Mrd. USD war der Monat nach dem Juni der zweitstärkste Monat für Anleiheemissionen seit September 2021. Darüber hinaus war es mit drei aufeinanderfolgenden Monaten mit Emissionsvolumina von über 30 Mrd. USD der stärkste Lauf seit vier Jahren.
Wir gehen davon aus, dass das Volumen in den nächsten Monaten auf einem hohen Niveau bleiben wird. Im Juli gab es für uns kein relevantes Unternehmen, das an den Markt ging, da nur 1 % des gesamten Transaktionsvolumens aus dem Energie-, Transport- oder Versorgersektor stammte.
Wir begannen den Monat Juli mit einer tiefen Kassaposition und einer Investitionsquote von 110 %. Wir waren recht aktiv auf dem Sekundärmarkt und erhöhten das Risikoexposure im Automobilsektor, indem wir von kurzfristigen auf längerfristige Anleihen umschichteten. Darüber hinaus beschloss OKEA AS, seine 2026er-Anleihen am 1. Juli zu einem Preis von 104,563 % zurückzukaufen. Außerdem partizipierten wir an der Neuemission von Performance Shipping, die am 2. Juli am Nordic High Yield Markt platziert wurde. Die effektive Duration des Fonds lag mit 2,3 % leicht unter dem Vormonat, da sie durch den Verkauf von 2-jährigen Treasury-Futures effektiv reduziert wurde. Ende Juli blieb das ordentliche Ertragspotenzial des Fonds, das sowohl Anleihekupons als auch Kupons aus synthetischen Instrumenten umfasst, mit 8,2 % stabil.
Weitere Anhaltspunkte finden Sie in dem beigefügten Factsheet – Juli 2025.
Seahawk Investments GmbH
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