Allgemeiner Marktrückblick

Im Juli 2026 bewegten sich die US-Aktienmärkte in einem volatileren Umfeld, da die Anleger einerseits von ermutigenden Unternehmensgewinnen unterstützt wurden, andererseits jedoch erneut Inflations-, Zins- und geopolitische Risiken in den Fokus rückten. Nach der starken Erholung im zweiten Quartal entwickelte sich die Marktperformance zunehmend uneinheitlich. Die Marktführerschaft weitete sich über die größten Technologieunternehmen hinaus aus, während einige KI-bezogene Aktien angesichts hoher Bewertungen unter Druck gerieten.

Geopolitische Entwicklungen spielten erneut eine wichtige Rolle für die Marktstimmung. Während die Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran die Märkte zunächst unterstützte, führten erneute Spannungen in der Region in der zweiten Monatshälfte zu steigenden Energiepreisen und einer höheren Marktvolatilität. Die Ölpreise erholten sich von ihren Juni-Niveaus, wodurch Befürchtungen aufkamen, dass höhere Energiekosten den zuletzt beobachteten Rückgang der Inflation bremsen könnten.

Künstliche Intelligenz blieb weiterhin eines der dominierenden Anlagethemen, wenngleich die Investoren selektiver vorgingen. Zwar konnten mehrere Halbleiter- und Technologieunternehmen starke Geschäftsergebnisse vorlegen, doch Bedenken hinsichtlich des Umfangs laufender KI-bezogener Investitionsausgaben führten dazu, dass Anleger ihre Wachstumserwartungen für Teile des Sektors neu bewerteten. Infolgedessen entwickelten sich breiter aufgestellte Marktsegmente und substanzorientierte Aktien im Monatsverlauf insgesamt besser als Wachstumswerte.

Die im Juli veröffentlichten Wirtschaftsdaten deuteten darauf hin, dass die US-Wirtschaft weiter expandierte, wenn auch mit etwas geringerem Tempo. Der Arbeitsmarkt zeigte zusätzliche Anzeichen einer Abschwächung: Die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft stieg im Juni lediglich um 57.000, während die Arbeitslosenquote bei 4,2 % verharrte. Gleichzeitig verlangsamte sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal. Die zugrunde liegende Binnennachfrage blieb jedoch robust, und die Konsumausgaben stützten weiterhin die wirtschaftliche Aktivität.

Die Inflationsdaten sorgten im Monatsverlauf für eine gewisse Entspannung. Die jährliche Gesamtinflationsrate (CPI) ging von 4,2 % auf 3,5 % zurück, unterstützt durch niedrigere Energiepreise zu Beginn des Quartals. Die Kerninflation verringerte sich auf 2,6 %. Trotz dieser Verbesserung blieb die Inflation über dem Zielwert der US-Notenbank, was die Federal Reserve dazu veranlasste, an ihrer vorsichtigen Haltung festzuhalten. Entsprechend blieb die Unsicherheit hinsichtlich des weiteren Zinspfads erhöht.

An den Rentenmärkten stiegen die Renditen von Staatsanleihen spürbar an, da die Anleger ihre Erwartungen an kurzfristige Zinssenkungen zurücknahmen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erhöhte sich bis Monatsende von 4,46 % auf 4,75 %, wobei insbesondere länger laufende Anleihen unter Druck gerieten. Auch in Europa legten die Staatsanleiherenditen leicht zu, da die Marktteilnehmer ihre Erwartungen hinsichtlich des globalen Wachstums und der Inflation neu bewerteten.

Die globalen Aktienmärkte entwickelten sich im Juli uneinheitlich. Der MSCI World Index bewegte sich insgesamt weitgehend seitwärts, da Kursverluste bei US-Technologiewerten die positiven Entwicklungen in Europa und anderen entwickelten Märkten ausglichen. Europäische Aktien setzten ihre relative Outperformance gegenüber dem US-Markt fort. Unterstützt wurden sie durch vergleichsweise attraktive Bewertungen, eine verbesserte Konjunkturstimmung sowie eine geringere Abhängigkeit von den KI-bedingten Schwankungen, die Teile des US-Marktes belasteten. Der MSCI Europe Index stieg im Monatsverlauf um 0,97 % in Euro.

Energie und Transport

Die Energiemärkte verzeichneten im Juli eine deutliche Trendwende, wobei geopolitische Entwicklungen erneut zum wichtigsten Treiber der Ölpreise wurden. Nach dem starken Rückgang Ende Juni startete Brent-Rohöl bei rund USD 73 je Barrel in den Monat. In der zweiten Monatshälfte kehrten jedoch Sorgen über mögliche Störungen der globalen Ölversorgung zurück und lösten einen kräftigen Anstieg der Rohölpreise aus. Die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten sowie erneute Bedenken hinsichtlich der Sicherheit wichtiger Energieexportwege ließen den Brent-Preis im Monatsverlauf zeitweise auf über USD 100 je Barrel steigen. Nachdem sich die Lage im weiteren Monatsverlauf etwas entspannte und die Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit länger anhaltender Versorgungsstörungen neu bewerteten, gaben die Ölpreise einen Teil ihrer zwischenzeitlichen Gewinne wieder ab. Dennoch schloss Brent-Rohöl den Monat bei rund USD 90 je Barrel und damit deutlich über dem Niveau zu Monatsbeginn.

Obwohl geopolitische Ereignisse die kurzfristigen Kursbewegungen dominierten, blieben die fundamentalen Rahmenbedingungen insgesamt unterstützend. Die globalen Rohöllagerbestände bewegten sich weiterhin auf vergleichsweise niedrigen Niveaus, während die saisonale Nachfrage nach Kraftstoffen robust blieb. Gleichzeitig zeigten sich Investoren vorsichtig hinsichtlich des Tempos, mit dem die OPEC+ zusätzliche Produktionsmengen auf den Markt bringen könnte, ohne das Marktgleichgewicht weiter anzuspannen. Infolgedessen blieb die Volatilität an den Energiemärkten während des gesamten Monats erhöht.

Vor diesem Hintergrund verzeichnete der STOXX Europe 600 Oil & Gas Index eine positive Entwicklung, gestützt durch die Erholung des Ölpreises sowie verbesserte Gewinnerwartungen im gesamten Sektor. Insbesondere integrierte Ölkonzerne sowie Explorations- und Produktionsunternehmen (E&P) entwickelten sich überdurchschnittlich, da höhere Rohstoffpreise zu besseren Erwartungen hinsichtlich Cashflow und Profitabilität führten.

Im Transportsektor entwickelte sich die Performance der einzelnen Teilbereiche unterschiedlich. Die Schifffahrtsmärkte präsentierten sich insgesamt robust, wobei die meisten Segmente von einer hohen Tonne-Meilen-Nachfrage und den anhaltenden Veränderungen der globalen Handelsströme profitierten. Insbesondere die Tankerschifffahrt wurde weiterhin durch längere Transportdistanzen und veränderte Handelsmuster im Energiesektor unterstützt. Auch die übrigen Schifffahrtssegmente wiesen überwiegend solide operative Rahmenbedingungen auf.

Außerhalb der Schifffahrt gehörten Fluggesellschaften hingegen zu den schwächer performenden Teilsegmenten des Transportsektors. Der deutliche Anstieg des Ölpreises führte zu höheren Kerosinkosten, die zumindest vorübergehend die Profitabilität und die Gewinnerwartungen der Branche belasten dürften. Trotz weiterhin robuster Reisenachfrage verschlechterte sich die Anlegerstimmung gegenüber Airline-Aktien, da die Sorgen über steigende Treibstoffkosten die ansonsten positiven operativen Rahmenbedingungen überwogen.

Fondsperformance

Der Fonds erzielte im Berichtszeitraum eine positive Wertentwicklung sowohl in den USD- als auch in den EUR-denominierten Anteilsklassen. Auf USD-Basis leistete das Long-Portfolio einen positiven Beitrag von +4,97 %, während das Short-Portfolio die Performance um -3,03 % belastete.

Im Transportsektor erzielte das Long-Portfolio einen Wertbeitrag von +4,14 %, der teilweise durch einen Verlust von -1,05 % auf der Short-Seite kompensiert wurde. Innerhalb der Schifffahrt trugen Long-Positionen insgesamt +3,2 % zur Wertentwicklung bei, während die Short-Positionen -4,9 % belasteten. Innerhalb des Long-Portfolios leisteten Dry-Bulk, Rohöl- und Produktentanker sowie Offshore-Support Beiträge von +0,6 %, +1,4 % bzw. +1,1 %. Auf der Short-Seite belasteten Positionen in Rohöltankern, LPG-Carriern und Autotransportern die Performance mit -0,7 %, -1,7 % bzw. -1,6 %.

Auch andere Transportsegmente lieferten positive Beiträge zur Fondsentwicklung. Sowohl Long- als auch Short-Positionen steuerten hier +1,0 % bzw. +2,5 % bei. Zusätzlich konnten Short-Positionen im Bereich Freight Services einen positiven Beitrag von +0,8 % erwirtschaften. Im Luftfahrtsektor entwickelte sich das Long-Portfolio weitgehend unverändert, während die Short-Positionen einen positiven Beitrag von +0,6 % leisteten.

Im Energiesektor verzeichnete das Long-Portfolio einen moderaten Gewinn von +0,25 %, während die Short-Positionen die Performance um -2,0 % belasteten. Hauptursache hierfür waren Short-Positionen in ausgewählten Explorations- und Produktionsunternehmen (E&P), die als Absicherung gegen steigende Ölpreise aufgebaut worden waren. Der deutliche Anstieg der Rohölpreise in der zweiten Monatshälfte wirkte sich negativ auf diese Positionen aus und überkompensierte die positiven Beiträge anderer Investments innerhalb des Sektors.

Der Fonds nutzte die erhöhte Volatilität an den Energiemärkten aktiv, um seine Positionierung anzupassen. Als Brent-Rohöl in der zweiten Monatshälfte zeitweise über USD 100 je Barrel stieg, erhöhte der Fonds sein Engagement in europäischen Full-Service-Airlines um rund 5 % des Nettoinventarwertes (NAV) auf delta-adjustierter Basis. Nach unserer Einschätzung führte die daraus resultierende Kursschwäche zu attraktiven Einstiegsmöglichkeiten bei Fluggesellschaften mit soliden Bilanzen, widerstandsfähiger Nachfrageentwicklung und attraktiven Bewertungen.

Zum Monatsende nutzte der Fonds zudem die Kurskorrektur der SMA Solar Technology AG, um erneut eine Position aufzubauen. Die ursprüngliche Beteiligung war am 14. Mai zu einem Kurs von EUR 62,81 je Aktie vollständig veräußert worden. Am 29. Juli wurde die Position zu einem Kurs von EUR 53,49 je Aktie wieder aufgebaut und entsprach zunächst rund 3 % des Nettoinventarwertes.

SMA Solar zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Photovoltaik-Wechselrichtersystemen und ist hervorragend positioniert, um vom weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien zu profitieren. Im Berichtsmonat erhöhte das Unternehmen seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 und hob die Mittelpunkte seiner Umsatz- und EBITDA-Guidance auf EUR 1,675 Mrd. bzw. EUR 205 Mio. an. Das Produktportfolio ist zunehmend auf die wachsende Nachfrage nach Batteriespeichersystemen, Energiemanagementlösungen und dezentraler Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ausgerichtet.

Weitere Anhaltspunkte finden Sie in dem beigefügten Factsheet – Juli 2026.

Seahawk Investments GmbH

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